Pressestimmen über die   Horneburger Schlossweihnacht 2006

11.12.2006 / WAZ / Lokales / Datteln

Weihnachten im Schlossdorf

So mancher motorisierte Besucher, der sich am Wochenende zur "2. Horneburger Schlossweihnacht" aufgemacht hatte, hatte schon etliche Meter Fußmarsch in den Beinen, wenn er den eigens eingerichteten "Rundlauf" durch die einfallsreich weihnachtlich, aber auch wintersportlich dekorierte Budengasse rund ums Schloss erreicht hatte. Die Einfallstraßen ins Schlossdorf mutierten zu so was wie dem "längsten Parkplatz der Region". Tausende wollten sich den - wirklich - etwas anderen Weihnachtsmarkt in Horneburg nicht entgehen lassen.

 

Ein Weihnachtsmarkt, der so wohl nur in dieser einmaligen Kulisse und mit dem immensen Einsatz einer großartig funktionierenden Dorfgemeinschaft und "äußerst belastbarer" und Ideen reicher kleiner und großer Clubs, Vereine, Verbände, Nachbarschaften, Kindergarten, Grundschule, Kirchen, Förderschulinternat, Geschäftswelt und anderer Institutionen und Menschen machbar ist. Gar nicht so leicht, sich zu entscheiden, wo zuerst hin gehen oder hin sehen, hin riechen oder hin schmecken. Noch viel schwieriger, alle Genüsse in fester oder flüssiger Konsistenz, heiß oder erfrischend, pur oder gemixt, mit oder ohne hochprozentige "Umdrehungen", deftig bodenständig oder pikant international zu kosten oder die Kosten einzuteilen beim Einkauf schöner Dinge zu Geschenkzwecken oder zur eigenen Erbauung. Irgendwie dann nicht ein Problem: Auf zwei Markttage lassen sich viele schöne Genüsse verteilen. Egal, ob beim Heideschäfer Ralf Riering und seiner Mini-Herde Heidschnucken oder im "Engelszelt", wo die Kinder des Förderschulinternates zum Rasten am offenen Kamin einluden.

 

Rasten am großen offenen Feuer konnte man auch draußen. Angenehm, beim punktgenau einsetzenden, trockenen, angenehm temperierten Winterwetter. Wer spricht da schon vom Regenschauer am Samstagabend? Zumal der Förderverein zur Erhaltung des Schlosses ja für diesen Fall gewappnet war. An seinem Stand gab`s nämlich Regenschirme zu kaufen. 25 Krippen aus Horneburger Haushalten legten in der alten Klosterkirche Zeugnis ab für den Sinn des Weihnachtsfestes und auf der kleinen Insel im Schlossteich gab`s mehrmals eine "lebende Krippe" zu bestaunen. Bestaunen konnten die Besucher auch Darbietungen der jungen Internatsbewohner auf der Freiluftbühne. Der Internatschor sang eigene Lieder zu Weihnachten und Schenken; Nikolaustanz, Wichteljonglage, "Sterntaler"-Schattenspiel und Schwarzlichttheater "Sternenzauber zur Weihnachtszeit, der "wandernde Leierkastenmann" Marvin Ristau. Da war für jeden was dabei. Auch der bildenden Kunst hatten die "Schlosskinder" gehuldigt und u. a. Kunstkalender und Postkarten gestaltet, ja, das ganze Schloss zum Adventskalender gemacht; zudem Plätzchen, Marmeladen und Öle hergestellt. HBO erfreute mit geblasener, die Kirchenchöre St. Maria Magdalene und hl. Boris und Gleb mit gesungener Musik zur Einstimmung aufs Fest.

 

joter

11.12.2006 / WAZ / Lokales / Datteln

Original Horneburger Schlosseulen

Der Organisationschef der "Horneburger Schlossweihnacht", "Schützenboss" Lutz Breuckmann, und seine vielen Mitstreiter aus der gesamten Bevölkerung können sich angesichts des Erfolges der Veranstaltung entspannt zurücklehnen. 30 Gemeinschaften und Einzelpersonen haben an rund 40 tollen Ständen Ideenreichtum und Schaffenskraft demonstriert. Alle zu nennen, reicht hier der Platz nicht aus.

 

Jeder, der dabei war, hat an seiner Stelle zum großartigen Gelingen beigetragen. Wer z.B. den hochprozentigen, (Rezept-)Geheimnis aus Schweden umwitterten "Horneburger Glögg" aus der "alten Siedlung" probiert hat, der weiß jetzt, dass es so was wie "Dreisterne-Glühwein" gibt. Die "original Horneburger Schlosseulen" der Grundschule gingen weg "wie warme Semmeln". Rauchmelder können in der Zeit der brennenden Adventskerzen schnell sehr wichtig werden, demonstrierte die Jugendfeuerwehr. Egal, ob Panhas oder Bratwurst, ob bodenständig oder weltoffen, ob Steinofenbrot (vor Ort gebacken), oder Reibeplätzchen: Vor den "Futterstationen" Warteschlangen.

 

Dass ein Flachland-Kegelclub" eine feuchtfröhliche "Après-Ski-Hütte betreibt, ist auch eher selten, aber urig. Der Bildkalender des Heimatausschuss des BSV, "Horneburger Dorfansichten 2007", wird das Jahr in vielen Häusern begleiten. Mit "Engelsgeduld" hielt Guido Rusche bei der Jungen Union Besucher-Konterfeis mit dem Zeichenstift fest. Im "Musik-Café" des HBO konnten Instrumente ausprobiert werden. Im Schloss und im Kindergarten war man gar unter die Kochbuch-Autoren gegangen.

10. 12.2006 | Quelle: Quelle: Dattelner Morgenpost

"Das Ambiente hier ist einzigartig"

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Dr. Jürgen Wutschka hat sich am Stand des Fördervereins Schloss Horneburg einen Schirm gekauft. "Ich hoffe, dass ich ihn nicht brauchen werde", sagt der CDU-Chef im Dorf am Samstag Nachmittag. Er hofft nicht vergebens.

 

Von Markus Wessling

 

Denn die zweite Auflage der Horneburger Schlossweihnacht ist vom Wetter begünstigt: Abgesehen von einem kurzen Schauer am Samstagabend ist es am zweiten Adventswochenende trocken und angenehm kühl in Dorf - Weihnachtsmarkt-Wetter eben.

Nun ist die Schlossweihnacht bekanntlich nicht irgendein Weihnachtsmarkt. Praktisch alle Gruppen, Vereine und Verbände des Dorfes machen mit und schaffen eine Atmosphäre, die man auf kommerziellen Märkten selten findet. 40 Stände mit Bastelarbeiten aller Art, mit Schmuck, Fensterbildern und Spielzeug und natürlich mit Verpflegung sind aufgebaut. Und sie sind schon kurz nach der Eröffnung am Samstag dicht belagert. Es dürften Tausende sein, die den Markt rund ums Schloss besuchen.

 

Die Waffeln am Stand der Grundschule Horneburg (50 Cent pro Stück) gehen weg wie warme Semmeln. Eltern und Mitglieder des Fördervereins bieten auch Selbstgebasteltes an. "Schön, dass sich so viele weiterhin für die Schule engagieren, obwohl sie ja leider geschlossen werden soll", sagt Ruth Ripka und streut Puderzucker auf eine Waffel.

Den Höhepunkt des Jahres hat der Kindergarten Marienau eigentlich schon hinter sich: Gerade hat man das 50-jährige Bestehen groß gefeiert. "Aber wir sind trotzdem dabei, verkaufen Dinge, die bei unserem Jubiläumsfest keinen Abnehmer gefunden haben, aber auch neu hergestellte Sachen", erzählt die Leiterin der Einrichtung, Angelika Köster und ist stolz, dass die Eltern der Marienau-Kinder so motiviert sind.

 

Als sich die Nacht über Horneburg legt, herrscht rund um das beleuchtete Schloss eine ganz besondere Stimmung. Auch Gäste aus den Nachbarstädten sind davon begeistert. Helmut Wicke und Peter Bittner prosten sich mit einer Flasche "Winterbier" zu. "Einzigartiges Ambiente hier", sind sich die Männer aus Oer-Erkenschwick einig. "Ganz anders als die üblichen Märkte mit Fressbuden und Klamottenständen. Und das Winterbier ist auch richtig lecker."

Auch der Sprecher der Dorfgemeinschaft, Wilhelm Müschenborn, ist hoch zufrieden. Er zeigt sich besonders beeindruckt von dem vielfältigen Bühnenprogramm, das das Horneburger Blasorchester ebenso mitgestaltet wie das Förderschulinternat und der Gospelchor "Joyful Voices". Und angesichts von so viel positiver Resonanz hat er Neuigkeiten: "Wir denken darüber nach, die nächste Schlossweihnacht nicht erst in vier, sondern schon in drei Jahren zu veranstalten", verrät er der MORGENPOST. Die vielen Freunde der Schlossweihnacht wird es freuen, dass sie auf die nächste Auflage nicht so lange warten müssen.